Praxis für Logopädie

In der Bewegung den Atem zulassen - sich vom Atem bewegen lassen

Erfahrungen, in denen uns der „Atem stockt”, wir „außer Atem sind”, uns „etwas die Luft abschnürt”, „wir aufatmen”, hat wohl jeder schon gemacht.

Im Atemgeschehen zeigen sich unsere Gedanken, Körperhaltungen und Gefühle: bei Angst halten wir den Atem an, wenn wir unter Druck stehen, sind wir verspannt, so dass der Atem sich vorwiegend im Bereich des Schultergürtels und Brustbeins bewegt, und bei Freude kann der Atem kräftiger werden und sich frei im ganzen Körper entfalten. Der Körper und der Atem reagieren direkt auf äußere Einflüsse, auf alles, was uns bewegt.

Wir selber können aber auch durch einfache Bewegungen dem Atem wieder Raum verschaffen und uns über gezielte Körper- und Wahrnehmungsübungen von der inneren Bewegung des Atems berühren lassen und somit auf unser körperliches und seelisches Befinden wirken.

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In der Atemarbeit werden Bewegungsabläufe vermittelt, bei denen es darum geht, den Atem nicht willentlich zu steuern, sondern ihn frei in seinem eigenen natürlichen Rhythmus fließen zu lassen und ihn gleichzeitig aufmerksam wahrzunehmen; er wird nicht gehalten, gelenkt oder forciert.

Durch regelmäßiges Üben - unter anderem zur Veränderung muskulärer Unter- oder Überspannungen, also zum Erreichen eines Eutonus sowie einer Durchlässigkeit mit beweglichen Gelenken im gesamten Körper - kann der bewusste zugelassene Atem seine Wirkweisen zeigen.

Die körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte werden angesprochen, und in ihrer Entfaltung können die jedem Menschen innewohnenden Wachstums- und Selbstheilungskräfte geweckt werden. Das physische und psychische Befinden kann sich verbessern.

Atemtherapie kann als Arbeit in der Gruppe oder in der Einzelsitzung stattfinden. In der Gruppe ist der Ablauf stärker übungszentriert, es werden Bewegungsabläufe auf Hockern sitzend, im Stehen, im Gehen und im Liegen mit gleichzeitiger aufmerksamer Atemwahrnehmung durchgeführt, die Bewegungsübergänge werden mit einbezogen. Die Teilnehmer arbeiten dabei vorrangig für sich im eigenem Bewegungsmaß und -tempo.

Es gibt auch Partnerübungen oder vereinzelt Übungen mit der ganzen Gruppe (z.B. das Entfalten oder Zulassen der Stimme beim Tönen von Vokalen oder beim Sprechen...).

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Nach den Übungsabläufen und dem Nachspüren können die Erfahrungen nach Bedarf ausgetauscht werden.

Die Einzeltherapie ist ganz auf den Menschen mit seinen gegenwärtigen Anliegen bezogen. Die Übungsinhalte können wie in der Gruppentherapie sein, aber auch auf der Behandlungsliege ausgeführt werden, wo die Atemtherapeutin mit bestimmten massageähnlichen (drückenden, lösenden, dehnenden) Griffen und Streichungen, die den Atem ansprechen, behandelt und den Liegenden immer wieder mit seiner Achtsamkeit zu seinem Atemgeschehen lenkt.

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Ziele:

Der Atem ist die Grundlage jeder Lebensbewegung, ein vegetatives Geschehen, das auf die anderen Vitalfunktionen (Herzschlag, Blutdruck, Verdauung, Stoffwechsel) Einfluss hat.

In den Atemkursen geht es darum, in einem bewegungszentrierten Ablauf den Atem frei fließen zu lassen. Es gibt kein richtig oder falsch, keine Wertung und besonders keinen Perfektionismus, sondern ausschließlich ein Erfahren und Zulassen des Atems in einem Bewegungsablauf und in dem sich anschließenden Nachspüren. Es geht nicht um eine Atemtechnik mit der Zielangabe, eine „richtige“ bewusst gesteuerte Atmung zu lernen, sondern um das Finden vom eigenen Tempo, Ausmaß, Rhythmus und Fließen in vorgegebenen Bewegungsabläufen und um das Wahrnehmen des darin entstehenden eigenen, ganz individuellen Atemgeschehens. Das gegenwärtige Atem-Erleben mit der Vermittlung einer Balance von Achtsamkeit und Hingabe steht im Mittelpunkt.

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Weitere Inhalte/Literatur über die Atemlehre/Atemtherapie/Atempädagogik unter:

Termine für die Einzelarbeit und für die Teilnahme an Atemgruppen können Sie in der Logopädischen Praxis Klosterstraße 24 anfragen und vereinbaren.